Ein Fragebuch für Gespräche mit Eltern und Großeltern
Reihe Dios Schwellen, Band 1 · Taschenbuch und Hardcover · Erstausgabe 11. November 2026
120 Fragen an sie, 30 an Dich
Die meisten Erinnerungsbücher wandern als Geschenk zu den Eltern und warten dort darauf, ausgefüllt zu werden. Dieses hier bleibt bei Dir. Du stellst die Fragen, hörst zu und schreibst auf, was Deine Mutter, Dein Vater, Deine Großeltern oder ein alter Mensch, der Dir nahesteht, erzählen. Sie müssen nichts leisten außer zu erzählen. Und weil Du das Aufschreiben übernimmst, entsteht über Wochen und Monate tatsächlich etwas, das bleibt.
Worum es geht
Das Buch ist nicht chronologisch geordnet. Es fragt nicht, wann jemand geboren wurde und welche Schule danach kam. Es ist nach Schwellen geordnet, nach neun Übergängen, an denen die Geschichten liegen, nach denen sonst kaum jemand fragt: das erste Fortgehen, eine enge Zeit, die Entscheidung, nach der es anders weiterging, eine Liebe, die Arbeit, ein Abschied, der Glaube, das Verschwiegene und die Frage, was bleiben soll. Ihr müsst nicht vorne anfangen; ihr beginnt dort, wo jemand etwas erzählen möchte. Antworten dürfen offen bleiben, und ein Nein ist auch eine Antwort.
Unter jeder der 120 Fragen ist Platz für das Gesagte, mit Schreiblinien und einer Zeile für das Datum des Gesprächs. Unter vielen steht eine zweite, leichtere Frage, und jedes Kapitel hält eine Ausweichfrage bereit, falls nichts kommt. Das Buch sagt auch, wann es besser wartet, was Du tust, wenn geweint wird, wie Du ein Nein achtest und was sich ändert, wenn eine Demenz im Spiel ist. Nach jedem Kapitel stehen zwei Fragen an Dich selbst und am Ende zwölf für die Zeit nach dem letzten Gespräch. Ein halb ausgefülltes Buch ist mehr als keines.
Leseprobe
Aus dem Anfang des Buches, Für die fragende Person:
Dieses Buch ist nicht für den Menschen gedacht, dem Du es schenkst. Es ist für Dich.
Die meisten Bücher dieser Art funktionieren so: Du gibst es Deiner Mutter, Deinem Großvater, und der Mensch setzt sich allein an den Tisch und füllt aus. Manche tun das gern. Oft aber landet das Buch in einer Schublade, und zwei Jahre später findest Du es dort wieder, mit drei ausgefüllten Seiten.
Dieses Buch geht anders vor. Es setzt voraus, dass ihr zu zweit seid. Eine Person fragt, eine erzählt, und geschrieben wird von der, die fragt. Das ist mehr Arbeit für Dich, und es ist der Grund, warum am Ende etwas dasteht.
Aus dem ersten Kapitel, Das erste Fortgehen:
Irgendwann fällt die Tür hinter Dir zu,
und Du merkst es erst auf der Straße.
Vielleicht ein Koffer, vielleicht nur ein Beutel,
und jemand stand am Fenster und hat nicht gewinkt.
Frag danach, und frag langsam.
So ein Tag braucht eine Weile, bis er wieder auftaucht.
Jeder Mensch verlässt einmal zum ersten Mal ein Zuhause, und fast niemand erzählt davon von selbst. Es ist keine große Geschichte, sie hat keine Pointe, und sie ist deshalb selten erzählt worden. Genau darum steht sie am Anfang.
Einige der Fragen dieses Kapitels:
Woran erinnerst Du Dich zuerst, wenn Du an das Zuhause Deiner Kindheit denkst?
Wann hast Du gemerkt, dass Du gehen wirst? Oder: Gab es ein Ereignis, nach dem es klar war?
Was hast Du mitgenommen, und was ist zurückgeblieben?
Was haben Deine Eltern gesagt, als Du gegangen bist? Oder: Wer hat etwas gesagt, und wer hat geschwiegen?
Wie hat es zu Hause gerochen? Oder: Wonach hat es in der Küche gerochen?
Wann bist Du das erste Mal zurückgekommen, und wie war es?
Taschenbuch und Hardcover, erhältlich ab 11. November 2026
In der Nähe
Dieser Band eröffnet die Reihe Dios Schwellen: Bücher für Lagen, in denen ein Leben an eine Schwelle kommt. Sie sind zum Aufschlagen gemacht, nicht zum Durchlesen, und oft kauft sie nicht die betroffene Person, sondern jemand daneben. Mehr dazu auf der Seite Bücher für eine Lage.
Dieses Buch ersetzt keine psychotherapeutische, ärztliche oder seelsorgerliche Begleitung.
