Gibt es Nähe, ohne sich selbst zu verlieren? Ich glaube, ja. Nicht weil wir weniger lieben oder mehr Abstand halten, sondern weil wir lernen können, in Beziehung anwesend zu bleiben, bei uns und beim Anderen zugleich. Ich bin Benjamin Dio, und ich schreibe Bücher und Texte über die Frage, von der meine ganze Arbeit ausgeht: Wie bleibt Nähe möglich, ohne dass jemand darin verschwindet?
Im Alltag sagen wir, wir hätten uns in einer Beziehung verloren, als wäre es ein Unglück. Meist geschieht es leiser, Schritt für Schritt: in verschluckten Sätzen, in weichgespülten Grenzen, in einem Ja, das da ist, bevor ich da bin. Darum spreche ich oft lieber davon, sich selbst zu verlassen oder in einer Beziehung zu verschwinden. Viele, die sich selbst verlassen, hatten dafür einmal gute Gründe. Und wer sich verlassen hat, kann auch zurückkehren. Für diese Rückkehr und die Nähe, die aus ihr möglich wird, habe ich einen Namen gefunden: Relationale Präsenz.
- Die Frage, die mich trägt: Nähe und Autonomie
- Mein Menschenbild
- Meine Werte
- Wie ich erkenne: Wissenschaft, Erfahrung und Nichtwissen
- Spiritualität ohne Dogma
- Was diese Arbeit nicht ist
- Wie Du weiterdenken kannst
Die Frage, die mich trägt: Nähe und Autonomie
Nähe und Autonomie werden oft behandelt wie die beiden Enden eines Seils: Wer am einen zieht, muss am anderen nachgeben. Ich halte das für ein halbes Bild. Nähe und Autonomie stehen in Spannung, aber sie sind keine Gegensätze, und eine reife Grenze dient beiden. Ich vermute, dass viele nicht an dieser Spannung selbst leiden, sondern an der Vorstellung oder der Erfahrung, sie müssten verschwinden, damit die Beziehung hält.
Relationale Präsenz ist Gegenwärtigkeit, die sich in Beziehung bewährt: zu sich selbst, zum Anderen und zu dem Feld, das Menschen miteinander teilen, dem Zwischen, das niemand allein macht. Sie ist keine Technik und kein Zustand, den ich einmal erreiche, sondern eine Bewegung: das Bemerken, dass ich gerade verschwinde, und die Rückkehr. Vielleicht kennst Du den Moment, in dem Du Ja gesagt hast, obwohl etwas in Dir Nein meinte. Ihn zu bemerken, ohne Dich dafür zu verurteilen, ist schon der Anfang der Rückkehr.
Das Bild, das mir dafür am meisten bedeutet, ist die Grenze als Membran, nicht als Mauer. Eine Mauer trennt, damit nichts mehr hereinkommt. Eine Membran lässt durch, was nähren soll, und hält zurück, was zerstören würde. Unsere Haut ist eine solche Grenze: Gerade weil sie unterscheidet, können wir Berührung erfahren. Eine Grenze in diesem Sinn sagt nicht: Bleib draußen. Sie sagt: Ich bin hier, damit ich Dir begegnen kann.
Mein Menschenbild
Ich glaube nicht daran, dass Menschen repariert werden müssen. Ich glaube, dass Menschen sich erinnern dürfen: an sich selbst, an ihre Würde, an ihre Lebendigkeit. Diese Würde ist unverlierbar. Sie ist kein Verdienst, und weder Leistung noch eine Beziehung kann sie verleihen oder entziehen.
Zugleich wird kein Mensch allein zu dem, was er ist. Martin Buber hat das in „Ich und Du“ auf einen kurzen Satz gebracht: „Der Mensch wird am Du zum Ich.“ Angewiesenheit ist darum kein Mangel und kein Makel. Ich lese Bubers Satz auch von der anderen Seite her: Wer in einer Beziehung verschwindet, verliert nicht nur sich, sondern auch das Du, denn dem Du antwortet dann niemand mehr.
Wir leben nicht nur in Ereignissen, sondern in Geschichten, und manche halten uns enger, als es nötig wäre. Was geworden ist, darf verstanden werden. Aber es muss nicht wiederholt werden. Auch der Körper ist Teil dieser Geschichten; ich erlebe ihn als etwas, das Erfahrungen trägt und oft früher als der Verstand meldet, dass eine Grenze überschritten wird.
Und wir entwickeln uns nicht auf einer Linie nach oben, sondern in einer Spirale: Wir kehren zu denselben Fragen zurück, aber nie an denselben Ort. Was wir einmal zu unserem Schutz gelernt haben, war oft eine kluge Lösung. Es kann gelockert werden, wo es nicht mehr gebraucht wird, und bleiben, wo es noch schützt.
Warum ich den Anderen großschreibe
Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass ich den Anderen großschreibe. Im Schriftbild halte ich damit fest, dass hier kein bloßes Pronomen steht, sondern ein Mensch, der mir gegenübersteht und mich angeht. Die Schreibung kommt von Emmanuel Levinas. Er unterscheidet l’autre, das Andere im allgemeinen Sinn, von autrui, dem anderen Menschen. Diesen schreibt er oft groß, und deutsche Ausgaben seiner Werke folgen ihm mit dem Anderen. Von Levinas lerne ich, dass kein Mensch in dem Bild aufgeht, das ich mir von ihm mache.
In einem Punkt folge ich ihm nicht: Als Lebensregel gelesen, kann eine Verantwortung für den Anderen, die keine Grenze kennt, zur Rechtfertigung der Selbstaufgabe werden, gerade für Menschen, die gelernt haben, sich selbst zu übersehen. Levinas selbst kennt ein Gegengewicht: Wo ein Dritter hinzutritt, werde auch ich zu einem Anderen für die Anderen. Die Großschreibung erhebt den Anderen deshalb nicht über mich, denn zwei Menschen haben zwei Mittelpunkte. Gemeint ist kein Geschlecht: der Andere, die Andere, die Anderen, und wo die Grammatik stört, das Gegenüber. Klein bleibt, was nur Pronomen ist oder die Leute meint, deren Urteil wir fürchten: Was werden die anderen denken?
Von Levinas stammt ein zweites Wort, das mir wichtig geworden ist. Im Französischen bedeutet hôte Gastgeber und Gast zugleich; Levinas beschreibt so den Menschen, der empfängt, bevor er begreift. So verstehe ich meine Rolle in allem, was ich hier anbiete: Ich stelle Räume bereit, im Schreiben wie im Gespräch, und bleibe in ihnen selbst ein Empfangender. Wer kommt, ist nicht Publikum, sondern Gast.
Meine Werte
Was folgt, ist meine Sicht, keine Lehre. In der Mitte meiner Werte steht die Liebe, nicht als Gefühl, das uns überkommt, sondern als eine Weise, dem Leben zu begegnen: Menschen nicht auf ihren Nutzen, ihre Leistung oder ihre Fehler zu reduzieren. Aus echter Liebe entspringen Würde und Staunen. Liebe erkennt Würde, sie stiftet sie nicht: Aus der Liebe entspringt der Blick, der die Würde eines Menschen auch dort sieht, wo sie verborgen scheint, und die Haltung, die sie schützt. Aus demselben Blick wächst das Staunen darüber, dass ein Mensch immer mehr ist als alles, was ich von ihm weiß. Ich weiß, dass solche Liebe ein Ideal ist, kein romantisches, sondern eine Richtung, die ich nie ganz erreiche.
Was daraus folgt, fasse ich in eine Formel: Innere Klarheit. Reife Beziehung. Geteilte Verantwortung. Das ist keine Aufzählung und keine Bedingung der Zugehörigkeit, sondern eine Reihenfolge der Aufmerksamkeit: erst die Beziehung zu sich selbst, dann die Beziehung zum Anderen, dann das gemeinsame Feld, in dem niemand alles tragen muss und niemand unsichtbar bleiben darf. Niemand braucht erst ganz bei sich zu sein, um Nähe und Unterstützung zu verdienen, und gerade eine verlässliche Beziehung kann einem Menschen den Weg zu sich selbst öffnen. Jedem Schritt ordne ich zwei der sechs Grundbewegungen und einige meiner zehn Grundwerte zu; die Liebe und das Staunen bleiben in der Mitte.
Wiedergefunden habe ich diese Reihenfolge in drei Fragen, die Hillel zugeschrieben werden (Mischna Avot 1,14, die Sprüche der Väter), hier in meiner Übertragung: Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich? Und wenn ich für mich allein bin, was bin ich dann? Und wenn nicht jetzt, wann? Die klassischen Kommentare lesen darin die Pflicht, die Gebote selbst zu erfüllen, und die Demut, dass auch das Eigene nie genügt. Ich höre darin zugleich den Weg vom Selbst über den Anderen in eine Verantwortung, die im Jetzt wirklich wird. Meine Formel stammt nicht von Hillel, aber sie erkennt sich in ihm wieder.
Innere Klarheit: Bemerken und Bei sich bleiben
Innere Klarheit ist die Bereitschaft, genauer zu sehen, was wirklich geschieht: Schuld von Scham, Angst von Wahrheit, Grenze von Härte, Vergebung von Selbstverrat, Frieden von Schweigen zu unterscheiden. Sie beginnt mit dem Bemerken: wahrnehmen, was ist, bevor es gedeutet wird, auch die Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen. Tragfähig wird sie im Bei-sich-Bleiben: in Beziehung bleiben, ohne sich selbst zu verlassen.
Hierher gehören drei Grundwerte: Präsenz, Ambivalenzfähigkeit und Entwicklung. Präsenz bedeutet für mich, im eigenen Leben und im eigenen Körper anwesend zu sein, ohne das, was da ist, zu beschönigen, zu verdrängen oder zur ganzen Wahrheit zu machen. Ambivalenzfähigkeit ist die Fähigkeit, Spannungen bewusst zu halten, ohne sich selbst zu verlieren und ohne handlungsunfähig zu werden. Ich kann einen Menschen lieben und zugleich wütend auf ihn sein, und beides ist wahr; was ich tue, verlangt trotzdem eine Entscheidung. Entwicklung schließlich ist kein Zwang, sondern eine Möglichkeit, im Rhythmus der Spirale.
Reife Beziehung: Sich zeigen und Begegnen
Eine reife Beziehung hält Nähe und Grenze zusammen. Sie sucht weder Verschmelzung noch Kontrolle, verträgt Unterschied und Konflikt und kann bleiben, wo Wahrheit getragen wird, und gehen, wo Nähe nur um den Preis des Selbstverlusts möglich wäre. Sich zeigen heißt, aufzuhören zu verschwinden und in die eigene Sichtbarkeit zu treten, ohne sich zu inszenieren. Dazu gehört, dass mein Nein hörbar wird. Ein Ja ist nur dort etwas wert, wo ein Nein möglich war. Begegnen heißt, dem Anderen als Anderem zu begegnen, mit Verletzlichkeit und ohne sich selbst zu verlieren.
Hierher gehören zwei Grundwerte: Würde und Verbindung. Die Würde gilt beiden Seiten einer Grenze. Bedingungslos ist die Würde, nicht das Verhalten. Ich kann das Verhalten eines Menschen benennen und mich davon abgrenzen, ohne ihm die Würde abzusprechen und ohne meine eigene zu missachten. Die kürzeste Form dieser Haltung lautet: Ich verrate weder Deine Würde noch meine. Aus ihr wächst Verbindung, die nicht Gleichheit bedeutet, sondern die Fähigkeit, Unterschiedlichkeit wahrzunehmen, ohne die Beziehung aufzugeben.
Geteilte Verantwortung: Den Griff lockern und Verbunden leben
Geteilte Verantwortung bedeutet nicht gleiche Schuldverteilung, sondern dass jede Person den eigenen Anteil trägt und das, was zwischen Menschen liegt, nicht von einer Seite allein gehalten werden kann. Sie gilt auch dort, wo Beziehung im Abstand weitergeht oder endet. Gewalt verantwortet allein, wer sie ausübt. Hierher gehören drei Grundwerte: Verantwortung, Versöhnung und Gemeinschaft. Verantwortung verstehe ich als Antwort, nicht als Schuld, und teilen lässt sie sich erst, wenn ich die Antwort auf mein eigenes Leben nicht mehr beim Anderen ablege und das, was zwischen uns liegt, nicht allein trage.
Darum steht an dieser Stelle die Bewegung Den Griff lockern. Oft knüpfen wir die eigene Freiheit an etwas, das beim Anderen liegt: erst wenn er sich entschuldigt, erst wenn sie versteht, erst wenn es anders gewesen wäre. Was ich am Anderen festhalte, halte ich in mir. Den Griff lockern heißt, die Bedingung freizugeben, unter der ich erst frei sein dürfte, auch im Vergeben. Das Vergangene bleibt, wie es war; wie ich mit ihm lebe, kommt wieder in Bewegung. Vergeben ist dabei keine Pflicht. Es heißt nicht, Unrecht weiter zu ertragen, und verzichtet nicht auf Entschuldigung, Wiedergutmachung oder rechtliche Schritte; meine Freiheit hängt nur nicht mehr davon ab, ob sie eintreten.
Versöhnung mit der eigenen Geschichte ist Frieden mit dem Unvollständigen; Versöhnung mit einem Menschen braucht zwei und ist niemandem geschuldet. Die zweite Bewegung heißt Verbunden leben: zu einem Wir gehören, ohne darin zu verschwinden. Hier hat Gemeinschaft ihren Ort, die auf gegenseitiger Unterstützung beruht und nicht auf Abhängigkeit, auf Beteiligung und nicht auf Kontrolle. Und hier kehrt die Mitte wieder: Liebe ohne Verantwortung wird beliebig, Verantwortung ohne Liebe wird hart.
Wie ich erkenne: Wissenschaft, Erfahrung und Nichtwissen
Mein Denken hat einen Ort. Ich habe Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Judaistik und Religionswissenschaften sowie Interdisziplinäre Ethik an der Universität Wien studiert. Geprägt haben mich außerdem verschiedene berufliche Kontexte, die langjährige seelsorgerliche Begleitung von Menschen und die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Geschichte.
Ich nehme Wissenschaft ernst, weil sie Annahmen prüft und sich korrigiert, wenn die Wirklichkeit ihr widerspricht. Ebenso ernst nehme ich Erfahrung, denn was Du erlebst, ist wirklich, auch wenn seine Deutung offenbleibt. Lässt sich Verbundenheit neurobiologisch beschreiben, wird sie dadurch nicht kleiner; umgekehrt beweist mein Erleben noch keine Lehre über das Ganze. Die Frage, was sie für Dein Leben bedeutet, bleibt, und wir antworten darauf auch mit Geschichten: Narrativ heißt nicht erfunden, narrativ heißt bewohnbar gemacht.
Meine Perspektive ist wirklich, aber nicht vollständig. Das macht nicht jede Aussage gleich gültig, im Gegenteil: Gerade darum versuche ich, so genau wie möglich zu sagen, was ich sehe. Wo ich deute, statt zu wissen, sage ich es dazu, und ich kann mich irren. Auch das Nichtwissen gehört dazu, und ich darf es stehen lassen, statt es wegzuerklären. Zwischen zwei Menschen heißt das: Weil keine Sicht die ganze ist, muss keiner von beiden im Bild des anderen aufgehen. Ich nenne diese Haltung gerichtete Offenheit: ausgerichtet an Werten, für die ich einstehe, und offen für Korrektur.
Spiritualität ohne Dogma
Wissenschaft und Spiritualität sind für mich keine Gegnerinnen, sondern zwei Weisen, der Wirklichkeit zu begegnen: Die eine beschreibt und erklärt, die andere fragt, wie ich mit dem, was ist, in Beziehung lebe. Sie können nebeneinander bestehen, solange keine behauptet, was nur die andere prüfen kann. Verbunden sind sie durch das Staunen. Mit ihm beginnt die Philosophie, so steht es schon bei Platon. Ich glaube, dass es sich nach allem Wissen nicht erschöpft, sondern vertieft und darum eine Brücke sein kann.
Wo ich von Gott spreche, geschieht es in diesem Geist: Gott als Chiffre, die trägt, nicht als Lehre, die festlegt. Das beschreibt, wie ich spreche, und ist kein Urteil über Deinen Glauben. Ob Du in einer religiösen Tradition zu Hause bist, Dich spirituell, aber nicht religiös nennst oder mit alldem wenig anfangen kannst: An dem Tisch, den ich mit meinen Texten bauen möchte, ist Platz für Dich.
Spiritualität ist für mich eine Praxis und kein Rückzug aus der Welt. Sie ist eine mögliche Vertiefung dessen, was diese Seite beschreibt, keine Voraussetzung dafür. Sie erdet sich im Körper und im Alltag. Wo sie dazu dient, Schmerz nicht fühlen zu müssen, wird sie zur spirituellen Umgehung, und dann ist sie nur eine weitere Weise, sich selbst zu verlassen.
Ausgeführt steht das auf der Seite Spiritualität ohne Dogma: die zwei Seiten der Erfahrungswirklichkeit, die Herkunft dieser Zurückhaltung in der Tradition, in der ich gelernt habe, und die Frage, warum der Eintritt an diesem Tisch nicht das Bekenntnis ist.
Was diese Arbeit nicht ist
Meine Bücher und Texte sind keine Therapie und ersetzen keine. Sie sind ein Angebot zur Bildung und Reflexion; niemand wird hier diagnostiziert, beurteilt oder gedrängt, und Du bestimmst selbst, wie viel Du an Dich heranlässt. Wo Leid größer ist, als Nachdenken tragen kann, verdient es fachliche Begleitung. Wo Du Angst hast oder bedroht wirst, wo Gewalt, Einschüchterung oder Abhängigkeit im Spiel sind, geht Dein Schutz jedem Gespräch vor, und nichts auf dieser Seite verlangt von Dir, zu bleiben, zu verzeihen oder Dich weiter zu öffnen. Wenn es gerade zu viel ist, wende Dich bitte an eine dafür ausgebildete Fachperson oder eine Telefonseelsorge, bei Gewalt an eine Beratungsstelle für Gewaltschutz; in akuter Gefahr wähle den Notruf.
Diese Arbeit folgt auch keiner Logik der Selbstoptimierung. Entwicklung heißt für mich nicht, jemand anderes zu werden, sondern mehr der Mensch, der Du schon bist. Diese Arbeit ist keine Ideologie, die Gefolgschaft verlangt, und sie verspricht kein Heil: keine endgültigen Antworten, keine dauerhafte Sicherheit, keine Rettung einer bestimmten Beziehung. Was ich Dir versprechen kann, ist schlichter. Du wirst hier nicht optimiert. Du wirst ernst genommen.
Wie Du weiterdenken kannst
Die Selbstbefragung „Wo Du gerade stehst“ legt Dir sechsunddreißig Aussagen über Deine letzten Wochen vor und gibt Dir nach Deinen eigenen Antworten zurück, welche Bewegungen Dich gerade tragen und welche rufen. Sie ist keine Diagnose: Sie ordnet Dich keinem Typ zu und vergleicht Dich mit niemandem; sie hält einen Moment fest, nicht Dein Wesen. Ausführlich entfaltet ist das Bei-sich-Bleiben in meinem Buch „Die Grenze, die bei mir beginnt“. Die Begriffe dieser Seite findest Du im Glossar der Relationalen Präsenz, und wer hier schreibt, erzähle ich Dir auf der Seite „Über mich“. Wie ich von Gott sprechen kann, ohne eine Lehre daraus zu machen, steht auf der Seite Spiritualität ohne Dogma. Wie ich mir das Miteinander an den Webinar-Abenden, im Brief und auf Instagram wünsche, beschreibt der Kodex „Wie wir einander begegnen“.
Meine Bücher tragen die Haltung dieser Seite in verschiedene Formen. Thematisch sind sie fast ein einziges Buch: Alle kreisen um dieselbe Frage. Was sie unterscheidet, ist der Vertrag, den ein Band mit Dir schließt, und den spürst Du, noch bevor Du ein Thema erkennst: Manche Bände gehen neben Dir her, sprechen Dich an und wollen, dass Du Dich wiedererkennst; andere denken im Wir und bitten Dich, eine längere Strecke mitzugehen, ohne dass jeder Gedanke gleich eine Anwendung finden muss. Ein Band fällt aus diesen Verträgen heraus: „Angenommen“ steht in der eigenen Reihe Atonal, weil es seine Form bewusst offen lässt. Der Name steht für die Freiheit, die ich mir nehme, wo ein Gedanke keine feste Form verträgt.
Vielleicht lässt sich alles, was hier steht, auf einen einzigen Satz zurückführen: Ich möchte, dass Du bleibst, und ich werde mich trotzdem nicht verlassen, wenn Du gehst. Auf diesen Satz hin schreibe ich. Er ist meine Antwort auf die Frage, wie Nähe möglich bleibt, ohne dass jemand darin verschwindet.
Zuletzt überarbeitet: 10. Oktober 2026
